{"id":70,"date":"2006-11-22T17:27:27","date_gmt":"2006-11-22T17:27:27","guid":{"rendered":"http:\/\/visionblue.wordpress.com\/2006\/11\/22\/klartraum-der-superlative\/"},"modified":"2022-04-06T11:15:14","modified_gmt":"2022-04-06T11:15:14","slug":"klartraum-der-superlative","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/visionblue.info\/?p=70","title":{"rendered":"Klartraum der Superlative"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-72\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/visionblue.info\/wp-content\/uploads\/2006\/11\/s-man1.jpg?resize=810%2C810&#038;ssl=1\" alt=\"s-man1.jpg\" width=\"810\" height=\"810\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/visionblue.info\/wp-content\/uploads\/2006\/11\/s-man1.jpg?w=960&amp;ssl=1 960w, https:\/\/i0.wp.com\/visionblue.info\/wp-content\/uploads\/2006\/11\/s-man1.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/visionblue.info\/wp-content\/uploads\/2006\/11\/s-man1.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/visionblue.info\/wp-content\/uploads\/2006\/11\/s-man1.jpg?resize=768%2C768&amp;ssl=1 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 810px) 100vw, 810px\" \/>Den nachfolgend beschriebenen <em>Klartraum<\/em> m\u00f6chte ich als einen meiner besten bezeichnen. Das markanteste Detail war mit Abstand das Fliegen ohne Fl\u00fcgel und Flughilfen. In einem <em>Klartraum<\/em> ist es ohne Weiteres m\u00f6glich mittels &#8222;Schwimmbewegungen&#8220; zu fliegen und dabei sein eigenes &#8222;Ich&#8220; so klar und realistisch im Schwebezustand &#8211; abgehoben vom festen Boden &#8211; zu erleben, dass das &#8222;s\u00fcchtig&#8220; machen kann (da hier aber keinerlei Drogen im Spiel sind, wird man nat\u00fcrlich nicht wirklich s\u00fcchtig). Alle 3D-Computerspiele sind dagegen kalter Kaffee. Wer mir das nicht glauben mag, sollte es mal selbst versuchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst hatte ich einen &#8222;normalen Traum&#8220;. Soweit ich mich erinnern kann, feierte ich mit anderen Leuten (ich f\u00fchlte mich einem Verein zugeh\u00f6rig). Wir sa\u00dfen an langen Tischen und B\u00e4nken in einem gro\u00dfen Zelt, tranken Bier aus Kr\u00fcgen und a\u00dfen Speisen von einem Buffet, das in einer Ecke des Zeltes aufgebaut war. Ich erinnere mich an H\u00e4hnchenkeulen, die ich verputzte. Dann beschloss die Versammlung, sich aufzul\u00f6sen und nach Hause zu gehen. Ich beschloss, nach Hause zu fliegen. So stie\u00df ich mich vom Boden ab und erlangte durch Schwimmbewegungen langsam an H\u00f6he. In diesem Moment sendete mein Unterbewusstsein ein Signal an mein Bewusstsein. <em>Moment mal! Ich fliege nach Hause?!<\/em> Ich machte einen <em>Realit\u00e4tstest (RT)<\/em> und verglich die Situation mit meinen Kenntnissen aus dem Wachbewusstsein. Da man im realen Leben durch Schwimmbewegungen nicht fliegen kann, dies aber gerade geschah, kam ich zu dem Schluss, dass ich tr\u00e4umen m\u00fcsste. Ich war gerade im Aufsteigen begriffen und durch meine Erkenntnis, dass ich mich in einem Traum befand, wurde augenblicklich alles klar und scharf. Der Horizont weitete sich, mein Tunnelblick verschwand und unter mir sah ich eine sehr detailreiche Landschaft. Die H\u00e4user, Strommasten, B\u00e4ume, Stra\u00dfen und Felder wurden langsam kleiner. In meiner N\u00e4he sah ich blaue fliegende Fische, deren Schuppen das Sonnenlicht reflektierten. <em>Blaue fliegende Fische geh\u00f6ren nicht hierher<\/em>, dachte ich. <em>Weg mit ihnen!<\/em> Und prompt verschwanden die Fische. Ich dachte an die Schilderung eines Klartr\u00e4umers bei <em>Tholey<\/em>, der beschlossen hatte, h\u00f6her und h\u00f6her zu steigen. Dies wollte ich auch, n\u00e4mlich ganz nach oben. Und so &#8222;schwamm&#8220; ich weiter durch die Luft, und zwar in etwa so, als ob man nach dem tiefen Eintauchen in einen See sich in Richtung der Wasseroberfl\u00e4che bewegt. Nebenbei schaute ich immer wieder unter mich und genoss die tolle Aussicht. Die Dinge unter mir wurden immer kleiner und verschmolzen zu einer Ebene mit vielen Farbflecken. Der Horizont, die Wolken und das Blau des Himmels; dies alles war atemberaubend. Bald war ich so hoch &#8222;geschwommen&#8220;, dass ich sogar \u00fcber die Atmosph\u00e4re unserer Erde hinaus kam und nun unseren wundersch\u00f6nen blauen Planeten unter mir erblickte. Und so war ich in den Kosmos aufgestiegen, ohne ein Raumschiff zu benutzen. Nun hielt ich inne und genoss diesen ph\u00e4nomenalen Anblick. Es war unglaublich. Eine Weile schwebte ich reglos im Weltraum und beschloss dann, wieder zur Erde zur\u00fcckzukehren und irgendwo zu landen. Ich dachte: <em>Landen kann man doch auf einem Flughafen.<\/em> Ich w\u00fcnschte mir, einen Flughafen zu sehen und prompt sah ich mitten in einem Waldgebiet einen Tower und gro\u00dfe Abfertigungsterminals. Langsam sank ich mit leichten Schwimmbewegungen hinab. Schlie\u00dflich landete ich hinter einem gro\u00dfen Stahlgittertor, das zusammen mit einem weitl\u00e4ufigen stacheldrahtbewehrten Stahlgitterzaun das Gel\u00e4nde des Flughafens vom Au\u00dfenbereich abgrenzte. Hinter der Umfriedung sah ich eine betonbefestigte weitl\u00e4ufige Piste. Ich wollte auf das Gel\u00e4nde und beschloss daher, \u00fcber den Zaun zu klettern. Irgendwie kam ich da r\u00fcber, was mir wegen des Stacheldrahtes einige M\u00fche bereitete. In diesem Moment hatte ich das Gef\u00fchl, dass ich etwas Verbotenes mache. Als ich auf der anderen Seite stand, h\u00f6rte ich jemanden kommen. Schnell duckte ich mich ab. Ein Uniformierter ging an mir vorbei. Er trug eine Ein-Strich-Kein-Strich-Uniform<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>, ein K\u00e4ppi und am G\u00fcrtel eine verschlossene Pistolentasche. Als er meine Position passiert hatte, dachte ich erleichtert: <em>Ha, er hat mich nicht gesehen!<\/em> Meine Freude w\u00e4hrte nicht lange, als ich bemerkte, dass er zu einem Flachbau mit gro\u00dfen Glasfenstern ging. Irgendetwas sagte mir, dass ich aus diesem Geb\u00e4ude beobachtet wurde. <em>Mist!<\/em>, dachte ich und machte mich eilig daran, wegzulaufen. Doch zu sp\u00e4t; zwei uniformierte Typen kamen auf mich zugerannt, schnappten mich und nahmen mich in die Mangel. Sie traktieren mich in ein Flughafengeb\u00e4ude. Ich befand mich nun in einer Art Gro\u00dfraumb\u00fcro mit Tresen und Schaltern. Letztere hatten gro\u00dfe Glasscheiben mit einem jeweils am Tresen ausgeschnittenen Oval. Komischerweise lie\u00dfen mich die Uniformierten nun allein. Es schien so, als ob sie nichts mehr von mir wollten. Nun stand ich also an so einem Abfertigungsschalter und sah auf der anderen Seite einige asiatisch aussehende M\u00e4nner, die an den Tresen herantraten. Sie sagten etwas. Mir kam sofort in den Sinn: <em>Das ist koreanisch!<\/em> Ich antwortete etwas in dieser Sprache, ohne zu wissen, was ich da sagte. Ich war erstaunt, dass ich das sprechen konnte. Noch erstaunter war ich dar\u00fcber, dass es die Koreaner zu verstehen schienen und sich \u00fcber meine Worte freuten. Sie zeigten mir ihre P\u00e4sse, was mir bewies, dass ich wohl danach gefragt haben musste. Einer der Koreaner holte ein paar Fotos heraus und schob sie durch das Oval in der Scheibe zu mir her\u00fcber. Sie waren quadratisch und hatten ein relativ kleines Format. Trotzdem konnte man auf den Fotos einen Teil der Koreanergruppe gut erkennen. Die M\u00e4nner l\u00e4chelten in Richtung der Kamera. Ich sagte wieder etwas auf koreanisch, ohne meine Worte zu verstehen. Es musste so etwas gewesen sein wie: <em>Sehr sch\u00f6ne Fotos!, <\/em>denn der Koreaner verzog seinen Mund zu einem breiten L\u00e4cheln. Sodann schob ich die Fotos zur\u00fcck. Der Koreaner nahm sie wieder an sich und verbeugte sich vor mir. Die Koreaner wandten sich nun ab und liefen in die Richtung der Flugsteige. Als sie verschwunden waren, und da sich keine weiteren Reisenden vor dem Schalter eingefunden hatten, fasste ich den Entschluss, das Flughafengeb\u00e4ude zu verlassen. Unmittelbar hinter den Tresen befanden sich T\u00fcren, durch deren Scheiben ich erkennen konnte, dass sie alle nach drau\u00dfen f\u00fchrten. Vorsichtig blickte ich mich um und \u00f6ffnete die T\u00fcr, die mir am n\u00e4chsten war. Da kein Warnsignal ert\u00f6nte und auch keine Uniformierten zu sehen waren, begab ich mich nach drau\u00dfen. Nun befand ich mich auf einer riesigen Betonfl\u00e4che. An einigen Stellen standen gro\u00dfe Laubb\u00e4ume, die den Beton durch ihr Wachstum im Laufe der Zeit f\u00f6rmlich gesprengt hatten. Pl\u00f6tzlich sah ich aus dem Augenwinkel, dass wieder so ein Uniformierter auf mich zurannte. Diesmal war ich vorgewarnt und ich erinnerte mich daran, dass ich ja fliegen konnte. Sofort stie\u00df ich mich von Boden ab und begann mit rudernden Schwimmbewegungen, nach oben zu steigen. Gleich darauf hatte der Uniformierte meine vorherige Position am Boden erreicht und versuchte noch mit ausgestreckten Armen meine F\u00fc\u00dfe zu fassen zu bekommen, was ihm freilich nicht mehr gelang. Frustriert rief er zu mir hoch: &#8222;Na, das geht doch gar nicht!&#8220; Belustigt antwortete ich ihm: &#8222;Womit bewiesen w\u00e4re, dass man auch ohne Fl\u00fcgel und ohne Flugzeug fliegen kann!&#8220; Ich sah noch, wie immer mehr Uniformierte unter mir zusammenkamen, heftig gestikulierten und mit gro\u00dfen Augen zu mir nach oben sahen. Dann wandte ich mich ab und stieg mit schnellen Schwimmbewegungen weiter nach oben. Als ich mich einige Kilometer vom Flughafen entfernt hatte, bemerkte ich dunkle, bedrohlich wirkende, Wolken am Horizont, die ein herannahendes Unwetter ank\u00fcndigten. Da mir diese Wetterlage nicht geheuer war, fasste ich den Entschluss, mir ein Hotel herbeizuw\u00fcnschen, um es anzufliegen und das Unwetter dort abzuwarten. Wie aus dem Nichts tauchte nun ein mehrgeschossiges Geb\u00e4ude auf, an dessen Glasfassade der Schriftzug <em>Hotel Merkur<\/em> prangte. Sofort ging ich in den Sinkflug \u00fcber und steuerte den Eingangsbereich des Hotels an. Kaum das ich dort gelandet war, verlor ich meine Klarheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was bei diesem Traum aufgefallen sein d\u00fcrfte, ist der Umstand, dass ich keineswegs immer die Kontrolle \u00fcber das Geschehen hatte. Dies zeigte sich zum Beispiel dadurch, dass mich die Uniformierten in die Mangel nehmen und in das Flughafengeb\u00e4ude bringen konnten. Gleichwohl war der Traum die ganze Zeit klar. Wenn man also von einem <em>Klartraum<\/em> spricht, sollte man sich vor Augen halten, dass es unterschiedliche Stufen der Klarheit gibt.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>Dies war die umgangssprachliche Bezeichnung f\u00fcr Felddienstuniformen der ehemaligen Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR. Sie r\u00fchrte daher, dass auf dem olivgr\u00fcnen Stoff dieser Uniformen kleine braune Striche in unterschiedlicher L\u00e4nge aufgedruckt, jedoch alle parallel angeordnet waren. Da die Striche und der Untergrund nur wenig variierten und teilweise fast miteinander verschmolzen, ging von dieser Strichstruktur so gut wie keine zus\u00e4tzliche Tarnwirkung aus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den nachfolgend beschriebenen Klartraum m\u00f6chte ich als einen meiner besten bezeichnen. Das markanteste Detail war mit Abstand das Fliegen ohne Fl\u00fcgel und Flughilfen. 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